Liebe Lehrer

wir freuen uns sehr, dass Sie sich für Lese-Rechtschreibschwäche, Legasthenie, Rechenschwäche und Dyskalkulie interessieren. Unsere anderen Seiten sind vorwiegend für Eltern gemacht, stehen Ihnen aber selbstverständlich zur Verfügung. Im Folgenden berichten wir Ihnen aus unseren Erfahrungen. Zudem haben wir bei unseren Recherchen ein paar spezifische Informationen für Lehrer gefunden und auf dieser Seite zusammengestellt.

 

Häuslicher Schulfrust

Wir vom Buchstaben- und Zahlensalat haben alle ein betroffenes Kind zu Hause und kennen die Schwierigkeiten zur Genüge. Wir haben mit den Lehrern der Grundschule gut zusammengearbeitet. Unsere Kinder hatten - zu unserem großen Glück - engagierte Lehrer. Und dennoch haben wir zu Hause mit unseren Kindern den Schulfrust erlebt. Da durchlebt man verschiedene Phasen:

  1. Ungläubig mussten wir feststellen, dass unsere sonst so aufgeweckten Kinder mit Deutsch bzw. Rechnen nicht so wie alle anderen klarkamen. Wir haben mit ihnen geübt, wiederholt, gelockt, belohnt, mit den Lehrern eine Kürzung der Hausaufgaben vereinbart, am Wochenende zusätzlich gearbeitet, ..., aber es half alles nichts.
  2. Der Frust betraf nicht nur die Kinder, sondern eben auch die Eltern (meist die Mütter), die zu Hause als Hilfslehrer fungierten. Wir mussten uns eingestehen, dass unsere Kinder da ein tiefer gehendes Problem haben und wir mit unserem "Latein" am Ende waren.
  3. Natürlich ist man mit den Leistungen der Kinder unzufrieden, das lässt sich nicht immer verbergen. Die Kinder wollen nicht noch mehr üben, es stellt sich ja auch kein Erfolg ein. Die Mütter sehen aber die Notwendigkeit, den Stoff zu wiederholen, der ja noch nicht sitzt. Da haben Sie einen klassischen Eltern-Kind-Konflikt, der sehr leicht eskaliert, weil der Grund sich ja nicht von allein erledigt.

 

Ausbildungsdefizit der Lehrer

Aber die Lehrer unserer Kinder (verschiedene Jahrgänge, unterschiedliche Klassen und Lehrer) wollten uns wohl nicht entmutigen. Unsere Kinder sind eigentlich intelligent, und auch die Lehrer konnten zunächst nicht glauben, dass die Schwierigkeiten fundamentaler Natur sind. Sie waren was Legasthenie und Dyskalkulie angeht leider schlecht bzw. nicht ausgebildet. Das wird Lehrern in Studium und Referendariat nicht vermittelt. Sie vermuteten alle, dass die Schwierigkeiten der pfiffigen Kinder sich noch auflösen, der Knoten schon noch platzen werde.

 

Aber während wir alle noch auf das Platzen des Knotens warteten, verstrich wertvolle Zeit. Den Termin beim Psychologen zur Diagnose bekommen Sie nämlich oft erst in 2-7 Monaten, auf die Auswertung und einen Gesprächstermin warten Sie erneut. Und dann vergeht nochmal Zeit, bis Sie einen passenden Therapeuten gefunden haben, der seinen Eingangstest mit dem Kind gemacht und ausgewertet hat und einen Therapieplan aufstellt. Erst dann kann es losgehen!

 

Im Statistischen Mittel ist in jeder Klasse mit einem Legastheniker und einem Dyskalkuliker zu rechnen, denn etwa 4% der Kinder sind von Legasthenie und weitere 4% sind von Dyskalkulie betroffen. Dazu kommen noch einmal 10% mit großen Schwierigkeiten im Lesen/Schreiben und zusätzlich 10% mit großen Schwierigkeiten im Rechnen. So können je nach Klassenstärke, Zusammensetzung und Schulform in einer Klasse durchaus zehn Kinder sitzen, die massive Probleme haben. Deshalb ist es unverantwortlich, dass in der Lehrerausbildung auf dieses Thema nicht eingegangen wird.

 

Heute wissen wir vom Buchstaben- und Zahlensalat alle, dass Bedingung für die Diagnose Legasthenie bzw. Dyskalkulie ist, dass das Kind eine große Diskrepanz zwischen den Leistungen in seinem Problemfach und seiner allgemeinen Intelligenz  aufweist. Die "Schläue" des Kindes reicht eben nicht aus, die Schwierigkeiten im Problemfach auszugleichen.

 

Deshalb unsere Bitte

Raten Sie Eltern früh dazu, ihre Kinder fachärztlich überprüfen zu lassen (Diagnose). Sollte sich das Problem bis zum Diagnosetermin auflösen, kann der Termin ja abgesagt werden. Bestätigt der Facharzt den Verdacht nicht, umso besser. Liegt keine fachärztlich festgestellte Legasthenie oder Dyskalkulie vor, so heißt das nicht, dass die Kinder sich nur anstellen, faul oder unwillig sind. Sie brauchen trotzdem Hilfe. Wenn der Förderunterricht an der Schule nicht ausreicht, dann finden Sie auf der Seite Adressen Therapeuten und Institute, die den Kindern weiterhelfen können.

 

Material für Lehrer

Broschüre vom Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie e.V. für Lehrer zum Umgang mit Schülern mit einer Lernstörung

In den Literaturlisten, die wir zusammengetragen haben, sind jeweils auch Materialien für Lehrer aufgeführt.

Literaturliste Lesen/Schreiben

Literaturliste Rechnen

Literaturliste Englisch

Hier zeigen wir Ihnen das Beispiel der Konrad-Adenauer-(Real-)Schule in Petersberg, Hessen, die die Förderung von Kindern mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben sehr ernst nimmt.

Mit freundlicher Genehmigung des Auer-Verlages finden Sie hier eine Zusammenstellung möglicher Födermaßnahmen in der Schule und Tipps für den Deutschunterricht tabellarisch zusammengestellt.