Was in der Schule hilft

Gute Zusammenarbeit

Nach unserer Erfahrung nützt nur Zusammenarbeit. Viele Lehrer - besonders in den Grundschulen - bemühen sich wirklich um jedes Kind. Gerade die Kinder mit Schwierigkeiten sind auch für die Lehrer die Sorgenkinder. Suchen Sie das Gespräch mit den Lehrern, bemühen Sie sich um ein gutes Gesprächsklima. Sagen Sie auch ruhig einmal Danke, wenn ein Lehrer sich um Ihr Kind bemüht.

Konfrontation und laute Worte helfen vielleicht Ihnen als Eltern, um Ihren Frust loszuwerden. Aber wie begegnet der Lehrer am nächsten Tag Ihrem Kind? Mit Wohlwollen?

 

Was ändert sich für Kinder mit LRS durch den Nachteilsausgleich?

In Verbindung mit schulischer oder außerschulischer Förderung ist ein Nachteilsausgleich sinnvoll, um kurzfristig sichtbare Verbesserungen zu erzielen. Der Nachteilsausgleich sollte individuell angepasst sein. Je nach Schweregrad reichen schon einzelne Maßnahmen aus, um die Situation für die Kinder deutlich zu verbessern.

Den Kindern wird die Möglichkeit eröffnet, dass sich ihr Mehraufwand in besseren Noten niederschlägt, ihre Mehrarbeit also "belohnt" wird. Bei Legasthenikern ist es die Regel, dass trotz erheblichen Übens in Diktaten eine 6 geschrieben wird. Dass sich die Fehlerzahl durch das Übern halbiert hat, wird nicht anerkannt. Der Mehraufwand „lohnt nicht“ für das Kind.
  1. Der enorme Druck der auf den Kindern und Familien lastet, wird deutlich reduziert. Selbstbewusstsein und Motivation steigen erheblich. Die Kinder sind dann auch bereit, sich mit ihrem Problem auseinanderzusetzen und die Mehrarbeit (z.B. Therapiestunden, erhöhter Zeitaufwand bei Hausaufgaben und Prüfungsvorbereitung) weiterhin durchzuführen. Sie werden in die Lage versetzt ihre kognitiven Fähigkeiten in anderen Fächern unter Beweis zu stellen.

Maßnahmen, die Erleichterung bringen können

Neben den Maßnahmen, die der Nachteilsausgleich erlaubt, sind es manchmal ganz kleine Dinge, die den Kindern das Arbeiten erleichtern. Vielleicht probieren Sie bei den Hausaufgaben aus, was Ihrem Kind hilft. Meist sind die Lehrer sehr froh über solche Hinweise.

  1. Aufgaben (Klassenarbeit, Arbeitsanweisungen, Texte, ...) werden in allen Fächern vorgelesen.
  2. Lesehausaufgaben werden um die Hälfte gekürzt.
  3. Bei Überforderung können Hausaufgaben in allen Fächern gekürzt werden.
  4. Klassenarbeiten sollten früh angekündigt werden, um die Lerneinheiten für die häusliche Vorbereitung klein halten zu können.
  5. Lückentexte anstelle ganzer Diktate.
  6. Es werden nur die Lernwörter benotet.
  7. In höheren Klassen können den Legasthenikern auch einige Merkwörter oder Fremdwörter in schriftlicher Form zu Beginn des Diktates, Aufsatzes etc. gegeben werden.
  8. In den Fremdsprachen wird bei erkennbar „richtigen“ Vokabeln, die Rechtschreibung nicht oder nur als halber Fehler bewertet. Nur so wird die Leistung des Kindes anerkannt. Andernfalls besteht kein Unterschied, ob das Kind nichts hinschreibt (und nichts gelernt hat) oder eine zwar falsch geschriebene, aber doch eigentlich gelernte Vokabel.
  9. Bitten Sie um saubere, maschinell, in großer Schrift geschriebene Kopien. Manchmal hilft es den Kindern schon, wenn die Aufgabenstellung in Klassenarbeiten und auf den Arbeitsblättern auf einem Kopierer von A4 auf A3 vergrößert ist.

 

Mit freundlicher Genehmigung des Auer-Verlages finden Sie hier eine Zusammenstellung möglicher Fördermaßnahmen in der Schule und Tipps für den Deutschunterricht tabellarisch zusammengestellt. Mancher Vorschlag lässt sich auch bei den Hausaufgaben nutzen.

 

Förderunterricht in der Schule
Es ist wichtig bei auftretenden Problemen den Leistungsstand des Kindes zu überprüfen und einen individuellen Förderplan zu erstellen. Es kann auch kontraproduktiv sein, ein Kind in einer Lerngruppe fördern zu wollen, die nicht seinem Leistungsstand entspricht und weiteren Frust und Demotivation provoziert.

  1. Manifestiert sich bei einem Kind ein Lese-Rechtschreibproblem, muss das betroffene Kind erheblich mehr Zeit und Energie aufwenden, um das Lernziel im Fach Deutsch auch nur annähernd zu erreichen. Fördermaßnahmen erfordern weitere Zeit, die nur sinnvoll ist, wenn diese Fördermaßnahmen für das Kind eine Verbesserung herbeiführen. Insgesamt muss man darauf achten, dass den Kindern noch genug Zeit bleibt, um in den anderen Fächern gute Ergebnisse erzielen zu können. Erfolge in anderen Fächern sind für den Selbstwert der Kinder von großer Bedeutung.
  2. Einigen Kindern ist es unangenehm in der Schule eine zusätzliche Förderstunde zu erhalten. Die vielen Misserfolge führen oft zu geringerem Selbstbewusstsein und die Kinder erleben die Förderstunde als Stigmatisierung und als zusätzliche Arbeitsbelastung. Aufwand und Nutzen sollten geprüft werden. Nimmt das Kind an einer außerschulischen Lerntherapie teil, ist ein zusätzlicher Effekt der Förderstunde i.a. nicht zu erwarten.
  3. Nicht zu unterschätzen ist, dass die Kinder und deren Eltern viele Hoffnungen an die schulische Förderung knüpfen. Tritt kein messbarer Erfolg ein, steigt die Frustration der Eltern und Kinder bis hin zur Resignation. - „Das bringt doch sowieso alles nichts, ich/unser Kind bin/ist dumm!“

Schulische Förderung ist wichtig und sinnvoll. Sie muss individuell erarbeitet und von geschulten Fachkräften durchgeführt werden!